Yeosu 2012 – Sevilla 1992

20 Jahre nach Expo – was bleibt?

Auch ich kam in den Genuss, etwas Expo Luft zu schnuppern – in Yeosu. Schon als ich dort ankam, merkte ich, dass etwas anders war. Viele sprachen nur noch über die Pavillons. Was wird ausgestellt und welche Länder?; was soll man sich ansehen, und so weiter. Als wir dann dort ankamen, durften wir auch in diese glitzernde Welt des Seins und Scheins eintauchen. Mit ihren Pavillons, den Besuchermassen und einer teilweise auch sehr fragwürdigen Architektur.

Schon damals fragte ich mich – was ist denn der eigentliche Zweck? Wofür dies alles? Paris hatte seine Expo – und den Eiffelturm bis heute. Brüssel sein Atomium – und der Rest?

Die Gebäude die, gesamte Infrastruktur befindet sich doch in einem Nichts. Yeosu ist nunmal auch keine 20 Millionen Einwohner zählende Megastadt, oder hat sonst irgendeine weltbedeutende Position inne. Der einzige Zweck ist doch nur die Werbung und der Selbstzweck! Ich stellte mir vor allem eine Frage – was passiert danach? Und ich fand auch ein Beispiel durch meine Internetrecherche in Sevilla.

Mitlerweile wird es wohl schon jeder bemerkt haben, Europa steckt in einer Wirtschaftskrise (und wird vielleicht auch von einer neuen in China bald abgelöst? – wer weiß). In den Usa gab es die Imobilienblase, dann das selbe Modell in Spanien (wurde sogar verfilmt 😮 ) und in China  bläst sich ein ähnliche ungetüm schön langsam unter der Verschleierung des Kommunismus auf.
Auch in Sevilla gab es eine Expo, genau gesagt in 1992 – und was blieb übrig? Wie haben sich die tollen Ideen einer besseren Stadt, eines besseren urbanen Städtebaus, eines besseren Leben entwickelt? Ich fand erschreckendes, aber wenig verwunderliches. Was in Sevilla und anderen Plätzen geschah, wird auch noch heute gebaut und wird sich in Zukunft als nächstes Sevilla auftun. Dubai – nach dem Bauboom und vor der Sanierung. China nach dem Boom – wenn die nicht vorhandene Nachhaltigkeit zu Tage tritt und so weiter. Es wird in Zukunft dermaßen viele dieser Ruinen geben, dass die heutigen wohl nicht einmal eine Erwähnung finden dürften. Auch die Sevilla Expo begann wie jede andere Weltausstellung: Pavillons, teurer und besser soll alles sein, es soll wegweisend für unsere Zukunft sein, sogar eine Anleitung, wie wir in Zukunft unser leben und Lebensraum gestalten sollen. Es gab eine Monorail und eine Glaskugel – alles für den Selbstzweck! Aber, was bleibt nach der Expo? Wie kann man das Areal weiternutzen? Ein Stadion kann man nach einer Fussballweltmeisterschaft zumindest noch verwenden, aber die Pavillons einer Weltausstellung? Sie führen ins Nirgendwo, bieten einen Rundgang durch eine Ausstellung. Man könnte es mit der Nutzbarkeit eines Museums vergleichen – wenn man keine Kunstwerke mehr ausstellt. Auch die Infrastruktur ist dem Verfall ausgeliefert. Gebaut für 10.000 Autos und mehr, meist in einer Gegend in weiter ferne der pulsierenden und dichtbebauten Mertropolen. Die Gebäude treten wie ein Gegenargument, ein Aussteigermodel an das Tageslicht. Die Olympiastädte von 1936 in Deutschland ist auch – bis auf wenige Gebäude – zerfallen. Eine Geisterstadt. Und Sevilla? Hier nun ein paar erschreckende Bilder, die zeigen sollen, wie wir nicht leben möchten und sollen und welche Hinterlassenschaften eine expo zurücklässt. Sie hat nicht mehr Wert, als „schön“ auf Zeit zu sein. Aber sogar das erscheint mir schon sehr fraglich.

Sevilla 1

Sevilla 2

Sevilla 3

Sevilla 4

Die zukunftsträchtige Monorail am Abstellgleis am Rande des Expogeländes

Die zukunftsträchtige Monorail am Abstellgleis am Rande des Expogeländes

Das Wahrzeichen der expo 1992

Das Wahrzeichen der Expo 1992

Keines der hier gezeigten Bilder entstammt meines Denkens. Ich verfüge über keine Copyrightrechte. Das Copyricght obliegt dem Verfasser der Originalbilder.

Für mich persönlich haben diese Bilder einen sehr verstörenden Eindruck hinterlassen – scheint es doch so, als wären die Leute nur einmal schnell weggewesen um gleich wieder zu kommen. Vor allem die verlassenen Bahngleise wirken für mich, als würden sie nur auf den nächsten Zug warten, der in jedem Moment kommen soll. Vor allem einen Gedanken werde ich nicht mehr los: Die Expo in Yeosu wirkte so lebendig, voller Leben mit all ihren Attraktionen,und dies bleibt davon übrig – eine bloße Fantasie, ein schöner Traum!

Zum Abschluß noch ein paar Bilder aus Yeosu 2012 – möge sich jeder einzelne vorstellen wie es dort wohl in 20 jahren aussehen wird und welche Lebensqualität dies noch zu bieten hat.

Expo Yeosu 2012

Yeosu 2012

Yeosu 2012

Yeosu 2012

Ein weiterer link zum selben Thema:
http://plazalondon.wordpress.com/2011/06/06/seville-92-the-abandoned-expo/

Bitte schreibt mir eure Gedanken und Meinung – würde mich sehr freuen 🙂

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